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Klimadaten: typische Fehler bei der Datenerhebung
12.06.2025 2 Min. Lesezeit
Bei der privaten Erhebung von Klimadaten im Eigenheim - etwa zur Verbesserung des Raumklimas, zur Energieeinsparung oder zur Analyse von Lüftungs- und Heizverhalten - können eine Reihe von typischen Fehlern auftreten.
Speziell im Smart Home Umfeld wird häufig diskutiert, leider - meiner Meinung nach - häufig am Thema vorbei.
Hier sind die häufigsten Probleme, unterteilt in drei Kategorien:
Typische Fehler bei der Datenerhebung
- Ungeeignete Sensorplatzierung
- Sensoren zu nah an Fenstern, Heizkörpern oder elektronischen Geräten → verfälschte Temperatur- oder Feuchtigkeitswerte.
- CO₂-Sensoren in schlecht durchlüfteten Ecken → überhöhte Werte, die nicht repräsentativ für den Raum sind.
- Unzureichende Kalibrierung
- Günstige Sensoren sind oft nicht kalibriert oder driften mit der Zeit. Leider war die Kalibrierung bei den meisten Geräten die mir bisher untergekommen sind vollkommen mangelhaft.
- Ohne Vergleichsmessung (z. B. mit einem Referenzgerät) bleiben Abweichungen unbemerkt.
- Zu geringe Messfrequenz
- Einmal pro Stunde oder seltener kann wichtige Dynamik (z. B. Stoßlüften) übersehen.
- Umgekehrt: Zu hohe Frequenz (z. B. jede Sekunde) erzeugt unnötig große Datenmengen ohne Mehrwert.
- Für einige Werte eignen sich 5-Minuten Zeitfenster.
- Fehlende Zeit- oder Kontextdaten
- Ohne Zeitstempel oder Informationen über Aktivitäten (Kochen, Lüften, Anwesenheit) sind Daten schwer interpretierbar.
- Unzureichende Datenaufbereitung
- Rohdaten ohne Glättung, Filterung oder Visualisierung führen zu Fehlinterpretationen.
- Keine Plausibilitätsprüfung (z. B. Temperatur springt plötzlich um 10 °C).
Werte, die oft überbewertet oder unnötig sind
- Luftdruck
- In Innenräumen meist irrelevant, da er sich kaum lokal beeinflussen lässt.
- Nur sinnvoll bei Wetterbeobachtung oder in Kombination mit Außenmessungen mehrerer anderer Werte.
- Lichtintensität
- Für Klimabetrachtung meist zweitrangig, außer bei Pflanzenpflege oder Smart-Home-Steuerung.
- VOC (flüchtige organische Verbindungen)
- Oft ungenau bei günstigen Sensoren, stark schwankend und schwer interpretierbar ohne Fachwissen.
- Mehrfachmessung identischer Werte
- Zwei Temperaturfühler im selben Raum ohne klaren Zweck → Redundanz ohne Erkenntnisgewinn.
Subtile Fehler, die die Daten unbrauchbar machen können
- Nicht dokumentierte Änderungen
- Sensor wurde umgestellt, Fenster dauerhaft gekippt, aber nicht notiert → Brüche in der Datenreihe.
- Unbewusste Beeinflussung
- Nutzer lüftet häufiger, weil er die CO₂-Werte sieht → Daten spiegeln nicht mehr das natürliche Verhalten.
- Fehlende Vergleichswerte
- Keine Außenklimadaten → Innenwerte schwer einzuordnen (z. B. Temperaturdifferenz, Luftfeuchteverlauf).
- Unklare Zielsetzung
- Daten werden gesammelt „weil es geht“, aber ohne konkrete Fragestellung → keine sinnvolle Auswertung möglich.
- Verwechslung von relativer und absoluter Luftfeuchtigkeit
- Falsche Interpretation, z. B. bei kalten Außenbedingungen → führt zu falschen Lüftungsempfehlungen.