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Sicherheit am offenen Kamin

27.08.2025 3 Min. Lesezeit

Erweiterung eines DIY-Umweltsensors um Kohlenmonoxid-Erkennung

Ein offener Kamin bringt nicht nur Gemütlichkeit, sondern auch eine gewisse Verantwortung mit sich. Besonders in geschlossenen Räumen kann es bei unzureichender Belüftung zur Bildung von Kohlenmonoxid (CO) kommen - einem farb-, geruch- und geschmacklosen Gas, das bereits in geringen Konzentrationen gefährlich sein kann. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du deinen bestehenden ESPHome-basierten Umweltsensor um die Fähigkeit zur CO-Erkennung erweitern kannst - und welche weiteren Messgrößen in diesem Kontext sinnvoll sein könnten.

Warum Kohlenmonoxid messen?

CO entsteht bei unvollständiger Verbrennung - also genau dann, wenn im Kamin nicht genug Sauerstoff zur Verfügung steht. Das Gas bindet sich im Körper an den Blutfarbstoff Hämoglobin und verhindert so den Sauerstofftransport. Erste Symptome wie Kopfschmerzen oder Schwindel werden oft nicht mit CO in Verbindung gebracht - umso wichtiger ist eine frühe Warnung durch Sensorik.

Der passende Sensor

MQ-7 oder MiCS-5524

Für Hobbyprojekte sind zwei Sensoren besonders beliebt:

  • MQ-7: Ein analoger Gassensor, der CO im Bereich von 20 bis 2000 ppm erkennt. Er benötigt eine spezielle Heizlogik (abwechselnd 60 Sekunden 5 V, dann 90 Sekunden 1.5 V), was ihn etwas anspruchsvoller macht.
  • MiCS-5524: Ein moderner, digital auslesbarer Sensor, der neben CO auch Stickoxide (NOx) und Wasserstoff erkennt. Er ist kleiner, stromsparender und einfacher zu integrieren.

Für ein ESPHome-Projekt mit Fokus auf Sicherheit und einfacher Integration empfehle ich den MiCS-5524, da er sich direkt über I²C oder analog auslesen lässt und keine Heizzyklen benötigt.

Integration in den bestehenden Sensor-Node

Du kannst den MiCS-5524 direkt an einen freien analogen Eingang des ESP32 anschließen. ESPHome unterstützt analoge Sensoren über die adc-Plattform. Die Konfiguration könnte so aussehen:

sensor:
  - platform: adc
    pin: 34
    name: "CO-Sensor (analog)"
    update_interval: 60s
    filters:
      - multiply: 3.3

Der Sensor liefert eine Spannung zwischen 0 V und 3.3 V, die proportional zur CO-Konzentration ist. Die genaue Umrechnung in ppm ist nicht trivial, da sie von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Kalibrierung abhängt. Für eine grobe Warnung („CO-Wert steigt auffällig“) reicht jedoch die relative Veränderung.

Weitere sinnvolle Messgrößen

Neben CO gibt es noch weitere Werte, die im Zusammenhang mit einem Kaminbetrieb interessant sein könnten:

  • Sauerstoffgehalt (O₂): Sinkt der O₂-Wert im Raum, kann das auf schlechte Belüftung hinweisen. Leider sind O₂-Sensoren wie der KE-25 teuer und schwer zu integrieren.
  • Stickoxide (NO, NO₂): Entstehen ebenfalls bei Verbrennung. Sensoren wie der MiCS-6814 oder ENS160 können diese erfassen.
  • VOC (flüchtige organische Verbindungen): Diese entstehen z. B. durch Holzrauch. Sensoren wie der CCS811 oder SGP30 liefern einen allgemeinen Luftqualitätsindex.
  • Temperaturdifferenz: Ein plötzlicher Temperaturanstieg in der Nähe des Kamins kann auf ein Feuer oder eine Fehlfunktion hinweisen.

Automatisierung und Sicherheit

Sobald dein Sensor CO-Werte liefert, kannst du in Home Assistant Automatisierungen erstellen:

  • Warnung per Smartphone: „Achtung, CO-Wert steigt!“
  • Aktivierung eines Lüfters oder Öffnung eines Fensters (wenn du Aktoren verbaut hast)
  • Akustischer Alarm über einen angeschlossenen Buzzer

Fazit

Mit wenig Aufwand kannst du deinen DIY-Umweltsensor zu einem echten Sicherheitshelfer aufrüsten. Die Integration eines CO-Sensors wie dem MiCS-5524 ist technisch machbar und bietet dir ein zusätzliches Maß an Sicherheit - besonders in einem Wohnzimmer mit offenem Kamin.

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